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Zuletzt aktualisiert: 31.08.2010 um 21:09 UhrKommentare

Werner Kogler: Dynamo für die Regierung

Grünen-Spitzenkandidat Werner Kogler im Kleine-Zeitung-Salon: Er kann sich sowohl mit ÖVP als auch mit SPÖ einen Pakt vorstellen.

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Es mag überraschen, doch Werner Kogler hat Sehnsucht nach Franz Voves und nach Hermann Schützenhöfer. "Mein Problem ist, dass die beiden nur auf den Plakaten existieren. In der Praxis verweigern sie den Dialog", kritisierte der grüne Spitzenmann im Salon der Kleinen Zeitung gestern Abend in Gleisdorf. Kogler spielt darauf an, dass etwa eine Fernsehdebatte abgesagt wurde, weil die Genannten verweigert haben. Dabei wünscht sich Kogler noch vor dem Wahltag einen gemeinsamen Pakt zur Abschaffung des Proporzes in der nächsten Periode, "damit auf freie Wahlen eine freie Regierungsbildung folgt", wie er sagt.

Bei dieser Regierungsbildung würde er gerne "Dynamo" und Zünglein an der Waage spielen: Ein Regierungssitz (mit Übernahme des Umwelt- und Wirtschaftsressorts) ist das ehrgeizige Ziel. "Für die Grünen wäre das eine Sensation, aber aufgrund der Schwäche der Blauen besteht eine gewisse Chance." Vorsorglich nannte Kogler Bedingungen für ein Regierungsprogramm: die Förderung von Umweltinnovationen sowie die Garantie, dass es keine Sozialkürzungen gibt, sondern stattdessen einen Sparkurs und eventuell auch neue Steuern.

Zitiert

Spitzenkandidat zu sein ist etwas, was mir Lust bereitet und Kampfeslust ist mir sehr recht.

Wenn sich Voves und Schützenhöfer weiter streiten wollen anstatt in politische Konfrontation zu gehen, dann ist das deren Problem.

Wenn nur die beiden Großparteien in der Regierung sind, dann immer mit dem gleichen Ergebnis, nämlich dass sich gegenseitig blockieren

Das Umwelt- und Wirtschaftsressort in der Regierung wäre schon eine hervorragende Sache. Ansonsten ist es eine Verhandlungssache und man muss ein Kompromiss finden

Der mangelnde Integrationswille rechtfertigt nicht, dass wir zwei rechtsextreme und zwei rechte Parteien in Österreich haben.

Im ersten Teil des Abends wurde Kogler von den Redakteuren Claus Albertani und Johannes Kübeck zu seinem Werdegang und zu den internen Verhältnissen bei den Grünen befragt. Mit dem Doch-nicht-Kandidaten Jörg-Martin Willnauer trinke er nach wie vor "einmal monatlich ein Bier", betonte Kogler. Als Vorbilder nennt er Nelson Mandela und Martin Luther King: "Die hatten eine Vision und sind gegen sehr viele Widerstände gerade durchmarschiert."

Eigene Vision

Seine eigene Vision legt der lang gediente Funktionär nur partiell offen. Gegen den Bau neuer Murkraftwerke trete er auf, weil man das Geld sinnvoller für eine Umstellung auf eine "intelligente Stromwirtschaft" einsetzen könnte. Die Aussagen zur Migration bleiben eher unbestimmt. Einerseits müssten die Grünen öfter sagen: "Ja, es gibt Probleme bei der Integration und natürlich auch mit so genannter mangelnder Integrationswilligkeit." Andererseits müsse man das Asylrecht verteidigen. Unter dem Strich sehe er bei Zuwanderung "mehr Chancen als Gefahren".

Aufhorchen ließ Kogler mit dem Hinweis, er sei dafür, Fahrbeschränkungen in Stadtgebieten für SUV-Fahrzeuge zu erlassen. Allerdings stünden derzeit EU-Normen dagegen. Die zahlreichen Zuhörerfragen drehten sich um Klubzwang, Bildung und Verkehr. Warum die Grünen bei Bauern nicht besser ankommen, konnte Kogler nicht erklären: "Ich verstehe das selbst nicht."

ERNST SITTINGER

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Der Grüne-Spitzenkandidat Werner Kogler war Gast Nummer vier im Salon der Kleinen Zeitung.

Dienstag, 7.9., in Bruck zu Gast: SPÖ-Spitzenkandidat Franz Voves.

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