BZÖ-Auftakt: Heimatliebe als Konserve
Beim Wahlkampfauftakt überraschte das BZÖ ungefragt mit Selbstbekenntnissen. Die Partei sei "sauber", ihr steirischer Spitzenmann Gerald Grosz "nicht käuflich".
Quelle © bzoe_digi100824.jpg | Foto: KLZ Digital Analyse: BZÖ-Wahlkampfauftakt in Graz
Ein toter Kärntner prägte über weite Strecken den Wahlkampfauftakt des steirischen BZÖ. Jörg Haider, Kärntens 2008 verunglückter Landshauptmann, war auf Fan-Leibchen zu sehen und wiederholt in den Ansprachen des Bundesobmannes Josef Bucher sowie des steirischen Spitzenmanns Gerald Grosz zu hören. Dabei fehlt Haiders einstige Anziehungskraft der Partei sichtlich. Der Grazer Hauptplatz war nur auf Teilen sehr schütter mit BZÖ-Fans besetzt. Als die Kandidaten zur Landtagswahl zum Gruppenfoto auf die Bühne gingen, fehlten sie im Publikum sehr, obwohl dieses durch Größen des Bundes-BZÖ wie Peter Westenthaler oder Herbert Scheibner aufgefüllt wurde.
Die Zuhörer zeigten sich geduldig beim Referat Buchers, der richtigerweise bemerkte, dass es für das BZÖ bei der Landtagswahl "um sehr viel geht". Außer in Kärnten - dort fusionierte das BZÖ später mit der FPÖ - hatte die Partei noch keinen Erfolg bei einer Landtagswahl geschafft.
"Schmierblätter"
Das will Grosz gelingen, der das Potenzial für das steirische BZÖ bei "fünf bis neun Prozent" sieht. Den Einzug in den Landtag will er hauptsächlich durch zügellose Kritik an allen anderen schaffen. Zu diesen "anderen" gehören auch die Medien und Journalisten. Grosz sprach von "Schmierblättern" und "Schreiberlingen". Auffallend allerdings, sowohl bei Bucher als auch bei Grosz, das Beteuern der eigenen "Sauberkeit", offenbar im Lichte der jüngsten Skandale von Hypo bis Buwog. Im BZÖ sei "alles sauber", versicherte etwa Bucher, und Grosz sah sich veranlasst zu sagen: "Ich bin nicht käuflich."
Bei den Attacken auf die politischen Gegner verstieg sich Grosz auch zur Behauptung, deren Heimatliebe sei nicht echt, nur bei ihm und den Seinen gebe es das. Ein auffallender Kontrast ergab sich dazu allerdings, als zum Abschluss der Veranstaltung die steirische Landeshymne ertönte. Text und Melodie kamen als "Konserve" vom Band und keiner der Kandidaten schien des Singens mächtig zu sein.




















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