Landeshauptmann-Bonus in einer neuen Interpretation
Das aktuelle Voves-Plakat ist wesentlich sparsamer mit dem Text als die Vorgänger und mit mehr Weitblick.

Foto © PrivatDer Blick in die Weite als stimmige Botschaft
Nach den beiden sehr textlastigen Plakaten der Frühlingswochen präsentiert die steirische SPÖ ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Landeshauptmann Franz Voves, seit wenigen Tagen auf ziemlich andere Art. Sophie Karmasin vom Wiener Institut Karmasin Motivforschung beschreibt die mögliche Logik dieses deutlichen Sujetwechsels.
Gestaltung. Franz Voves blickt in die Ferne, er schaut über das Land in die Zukunft, sein Kopf ist nach oben gerichtet. Dass er nicht den Betrachter anblickt, sondern von ihm wegschaut, ist nicht negativ. Das sind durchaus stimmige optische Botschaften, und sie eignen sich als Fortsetzung der Plakate, auf denen es relativ viel Text gab.
Thema. Auch bei diesem Plakat setzt sich die Strategie der früheren fort. Bei den doch ziemlich textintensiven Voves-Sujets des Frühjahrs war es gar nicht darauf angekommen, dass alle Betrachter das auch alles lesen müssen, sondern dass ein emotionaler Eindruck entsteht, wie viel doch von dieser Partei und ihrem Chef geleistet wurde und wie etwas für das Land weitergegangen ist. Das wird hier komprimiert.
Aussage. Nicht ganz stimmig ist, dass Voves in die Zukunft blickt, aber von der Vergangenheit redet. Andererseits wird der Landeshauptmann-Bonus auf neue Art ausgespielt. Es ist schwer, gegen diese Botschaft anzukämpfen, denn dann müsste man das von allen Erreichte schlechtreden.
Distanz zum Wähler. Voves zieht in seine Botschaft die Steirer mit hinein. So als ob er sagen würde: "Wir alle haben einen tollen Job gemacht".



















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