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Zuletzt aktualisiert: 07.02.2012 um 20:02 UhrKommentare

DSV Leoben: Mit Adi Pinter zurück nach oben

Adi Pinter ist wieder zu Hause – nicht in Graz, aber in der Steiermark. Der "rote Messias" wird neuer Vizepräsident und sportlicher Leiter des DSV Leoben. Das (minimale) Ziel ist der Wiederaufstieg in die Erste Liga. Von Thomas Huber.

Hat klare Vorstellungen im Kopf: Neo-DSV-Vizepräsident und sportlicher Leiter Adi Pinter

Foto © GEPAHat klare Vorstellungen im Kopf: Neo-DSV-Vizepräsident und sportlicher Leiter Adi Pinter

"Hallo, wer bist du?", fragt Adi Pinter. "Der Trainer - noch", antwortet Gregor Pötscher, Coach des DSV Leoben. Die Journalisten schmunzeln, die Leoben-Funktionäre sind verwundert. Adi Pinter nimmt seine Unwissenheit locker. Nur knapp drei Monate nach seinem Pasching-Intermezzo ist der "rote Messias" wieder zurück in der Steiermark – offiziell als neuer Vize-Präsident und sportlicher Leiter beim Regionalligaklub DSV Leoben. Oder wie es DSV-Boss Gabor Heinemann sagt: "Als zweiter Präsident neben mir."

Neue Sponsoren - neuer Trainer?

Gemeinsam wollen die beiden den Leobener Traditionsklub, der im Vorjahr nur knapp den Konkurs abwenden konnte, zurück in die Erste Liga bringen – in spätestens zwei bis drei Jahren. Finanziell und sportlich soll der DSV wieder bundesligatauglich werden. "Wir versuchen, einen steirischen Traum zu realisieren", kündigt Ex-GAK-Trainer Pinter an.

Sein Potenzial besser ausschöpfen will der DSV künftig nicht nur regional, sondern auch über die Grenzen Leobens hinaus. Mit dem Fußball-Exzentriker erhoffe man sich zusätzliche Aufmerksamkeit – und neue, überregionale Sponsoren. "Mit fünf habe ich gesprochen, einer hat schon zugesagt", so der Grazer Fußball-Weltenbummler, den seit zwei Jahren immer größeres Heimweh geplagt hat.

DSV Leoben Steiermark?

Klubinterne Pläne, aus dem "DSV Leoben" einen "DSV Leoben Steiermark" zu machen und Heimspiele spätestens in der Ersten Liga in der Grazer UPC-Arena auszutragen, gibt es. Laut Präsident Gabor Heinemann seien dies jedoch längerfristige Überlegungen, die nach dem abgewendeten Konkurs derzeit kein Thema seien.

Reaktion

"Neue Ideen sind immer neue Impulse. Wir werden uns zusammensetzen und uns den Vorschlag anhören", gibt sich DSV-Trainer Gregor Pötscher zurückhaltend.

Aktuell ein Thema in Donawitz ist hingegen ein deutscher Trainer, den Adi Pinter an der Angel hat. "Er hat eine wahnsinnige Erfolgsbilanz aufzuweisen und wollte eigentlich aufhören. Ich habe ihn überzeugt, er schaut sich das bei uns im Frühjahr an – als Berater. Wir können uns alle glücklich schätzen, wenn er 'Ja' sagt", kündigt der 63-Jährige an. Dass damit der Abgang von Trainer Gregor Pötscher spätestens im Sommer besiegelt ist, streiten Pinter und Heinemann ab. "Wenn die Buben gute Arbeit machen, spricht nichts dagegen, mit ihnen weiterzumachen", sagt Pinter, der in seiner Karriere bereits 21 Klubs trainiert hat, sich in Donawitz aber nicht in den sportlichen Alltag einmischen will.

"Pingpong auf intellektuellem Niveau"

Was in Leoben sehr wohl Einzug in den sportlichen Alltag halten soll, ist Pinters persönliches Trainingsprogramm "GIKORT". Mit dem "gehirngerechten, individuellen, kollektiven Reparatur-Trainingsprogramm" soll es für den DSV wieder nach oben gehen. Pinter, der für seine unkonventionellen Methoden bekannt ist, könne dadurch in die Köpfe der Spieler einsteigen, sie wachrütteln und auf ihr Potenzial aufmerksam machen.

Pinter plant weitere Aktion

Für das Regionalliga-Derby zwischen GAK und DSV hat Pinter auch wieder eine Aktion angekündigt: "Ich habe schon ein paar Ideen. Diesmal werde ich das aber schriftlich mit dem Präsidenten vereinbaren", schmunzelt Pinter.

Beim FC Pasching ist Adi Pinter das als Cheftrainer nicht gelungen. Denn nach seinem "Strip" im Vorfeld des Auswärtsmatchs gegen seinen Herzensklub GAK (0:6) war das Engagement beim oberösterreichischen Regionalligisten vorzeitig vorbei – nach nur wenigen Wochen, wie so oft in seiner Laufbahn. Beim DSV soll das anders werden. "Die meisten Präsidenten sind nur 'Hirn-Besitzer'. Aber mit Gabor Heinemann, mit dem ich schon lange befreundet bin, kann ich auf intellektuellem Niveau Pingpong spielen. Wir haben beide die Uni von innen gesehen. Fußballer sind ja manchmal etwas im Unterholz unterwegs", erklärt der Mentor Ernst Happels, schließt aber nicht aus: "Bei einer Frau weiß man auch nicht, wie lange es dauert und man sucht nach drei Wochen eine neue. Ich glaube aber nicht, dass wir eine Ehekrise haben werden."

THOMAS HUBER

DSV Leoben

In der Regionalliga Mitte liegt der DSV Leoben derzeit auf Platz acht. Sowohl Auf- als auch Abstieg sind wohl kein Thema mehr. Nach dem geglückten Zwangsausgleich beträgt das Budget 420.000 Euro.

Foto

Foto © GEPA

Bild vergrößernDas neue starke DSV-Duo: Gabor Heinemann mit "Neuzugang" Adi PinterFoto © GEPA

Am Anfang war der GAK

Adi Pinter begann seine Fußball-Karriere im Nachwuchsbereich des GAK, wo er es bis in die Erste schaffte. Von Graz aus zog es ihn nach Belgien. Er war dann Spielertrainer bzw. Trainer oder Manager bei Klubs in Griechenland, Belgien, Frankreich, Polen, Kroatien, Schweden, Deutschland und Österreich (GAK, Sportclub, Krems, Pasching).

Pinter arbeitete u.a. auch als Mental-Coach, Schauspieler, Sänger, Maler oder Politiker.

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