Pfarrer Pucher: "In Graz muss niemand erfrieren"
Sibirische Kältewelle holt auch Graz ein - und trifft Obdachlose mit voller Härte. Vinzenzgemeinschaft und Caritas sind auf Ansturm vorbereitet.
Quelle © KLZ Digital Kälte: Obdachlosen-Betten bei Pfarrer Pucher
Minus acht Grad hatte es in der Nacht auf heute. "Für Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, ist das eine Katastrophe", sagt Armen-Pfarrer Wolfgang Pucher. Und es wird noch schlimmer: Wenn die Wolkendecke am Wochenende aufreißt, können die Temperaturen locker auf bis zu minus 15 Grad fallen, so Meteorologen.
Die Hilfsorganisationen haben sich auf einen Ansturm vorbereitet. "Schon jetzt müssen in unseren Einrichtungen 21 Menschen auf Matratzen am Boden liegen", erzählt Pucher. Im VinziDorf und Co. hat er aktuell 150 Menschen untergebracht, jetzt hat er das VinziBett eröffnet: Im Keller seiner Vinzenzpfarre in Eggenberg hat er vorerst drei Betten aufgestellt. "Beim VinziBus haben mich drei Menschen angesprochen, die in einem Abbruchhaus geschlafen haben. Die sind jetzt einmal versorgt." Das VinziBett kann auf bis zu dreißig Schlafplätze erweitert werden.
Auch die Caritas hat schon Notbetten herausgeräumt. "Arche, Haus Elisabeth, Ressidorf - wir sind überall voll", sagt Michael Lintner, Fachbereichsleiter für die Notschlafstellen. Voll bedeutet: 65 Plätze für Menschen in akuter Not. Tagsüber merkt er den Ansturm schon: "Im Marienstüberl kommen die Leute nicht nur zum Essen, sie bleiben dann lange im Warmen sitzen."
Sowohl bei der Caritas als auch bei der Vinzenzgemeinschaft ist man aber überzeugt: "Wir werden alle, die einen warmen Platz zum Schlafen brauchen, unterbringen - sofern sie das wollen. In Graz muss niemand erfrieren."















