Schmölzer: Sturm wird ein "Vorzeige-Verein"
Er hat mit diesem interessanten Job eigentlich nicht gerechnet, weil der heimische Markt klein ist. Nun will Christoph Schmölzer den SK Sturm in eine neue Ära führen.

Foto © GEPAChristian Schmölzer
Der Kärntner tritt am Montag seinen Dienst als Clubmanager des SK Sturm Graz an und hat für seine vorerst vertraglich auf drei Jahre angesetzte Arbeit ein klares Ziel vor Augen. "Ich will Sturm zu einem Vorzeige-Verein in Österreich machen", sagte Schmölzer im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.
Der Ex-Torhüter, der einst für SV Spittal und Austria Wien zwischen den Pfosten gestanden war, ließ sich seit der EM-Endrunde bewusst viel Zeit für seine berufliche Orientierung. Der Kontakt mit dem Bundesligisten kam da eher zufällig zustande, in den Gesprächen zeichnete sich aber eine schnelle Einigung ab. "Beide Seiten haben sofort ein gutes Gefühl gehabt", erzählte der Kärntner, der am Donnerstag vor dem TV-Gerät seinen Verein in der Europa League gegen OFK Petrovac fest die Daumen hielt.
"Europacup ist kein Muss"
Er traut seinen "Blackies" zu, am 6. August im Heimspiel den Aufstieg zu fixieren. Das Weiterkommen ist für ihn aber in Zukunft kein generelles Kriterium. "Der Europacup ist kein Muss. Ein Muss ist hingegen, dass man in wirtschaftlicher Hinsicht ein gesunder Verein bleibt. Wir werden uns sicher nicht in finanzielle Abenteuer stürzen, nur um eine Runde zu überstehen", meinte der zweifache Familien-Vater zum Thema internationales Geschäft.
Aufgabe des Clubmanagers, der für die operative Vereinsführung verantwortlich sein wird und im administrativen und wirtschaftlichen Bereich dem Präsidium Bericht erstatten muss, ist es, den SK Sturm wie ein Unternehmen nach ökonomischen Gesichtspunkten zu führen. "Ich finde eine gute Ausgangsposition vor, es sind keine Altlasten da und es gibt noch viel Entwicklungspotenzial. Meine Perspektiven sind mittel- bis langfristig ausgerichtet", sagte Schmözler, der von 2001 bis 2004 in der Bundesliga-Zentrale tätig war.
Keinen Staub aufwirbeln
Tradition, Emotion und Fans sind für ihn wichtige Faktoren im Metier Fußball, daher wird die Kommunikation auch groß geschrieben. In diesem Zusammenhang will er ebenfalls alle Möglichkeiten der Vermarktung auszuschöpfen, um die Spielbetrieb zu sichern. Wie er in Ruhe seinen neuen Job ausgewählt hat, so wird er auch seine neue Tätigkeit angehen. Er komme nicht nach Graz, um Staub aufzuwirbeln. Zu allererst werde es eine Bestandsaufnahme geben.
"Was gut läuft, werden wir forcieren. Was nicht so gut läuft, werden wir verbessern. Kurzfristig wird sich aber nicht viel ändern. Das würde auch nicht viel Sinn machen, weil der Verein derzeit gut aufgestellt ist", meinte der in Möllbrücke geborene neue Clubmanager, der sich auf die schwarz-weiße Herausforderung schon sehr freut und die sportlichen Perspektiven ebenfalls positiv sieht. Ein Aufstieg gegen OFK Petrovac würde dem 41-Jährigen in jeder Hinsicht behilflich sein, auch wenn der Verein den Europacup nicht budgetiert hat.
Schmölzer war erster Kandidat von Club-Präsident Hans Rinner gewesen. Der "Chef" hatte sich als ehrenamtlicher Funktionär zu sehr um das Tagesgeschäft und zu intensiv mit Details beschäftigt, wird in Zukunft leiser treten, aber als Präsident erhalten bleiben. "Die Installierung eines Clubmanagers ist ein weiterer Schritt zur Professionalität unseres Clubs, der nach der Insolvenz im Herbst 2006 auch sportlich gesundet ist", so Rinner, der Schmölzers Meinung teilt: "Die höchste Spielklasse verlangt Profis, eine ehrenamtliche Führung ist nicht mehr zeitgemäß."
Steckbrief Christian Schmölzer (41)
Geboren am 25. Juni 1968 in Möllbrücke (Kärnten)
Familienstand: verheiratet mit Claudia, Töchter Marlene (3), Sophia
(kam am 1. April 2008 zur Welt)
Sportliche Laufbahn (Torhüter): SV Spittal/Drau (1985 - 1988),
Unterbrechung der Karriere nach Autounfall (1988 - 1991), Kremser SC
(1991), Rapid Wien (1991/92), FAC (1992 - 1994), Austria Wien (1994 -
1997), SK Kottingbrunn (1997/98), Austria Wien (1998 - 2001); ab
Sommer 1999 Tormanntrainer bei Austria Wien
* Länderspiele für U18- und U21-Nationalmannschaft
Berufliche Laufbahn (Magister der Handelswissenschaften; Abschluss
an der WU Wien 2002): März 2001: Assistent des Bundesliga-Vorstandes;
Mai 2002: Stellvertreter des Bundesliga-Vorstands; März 2004:
Mitarbeiter der Turnierdirektion Österreich der EURO 2008; ab 1.
Oktober 2004: Chef der Turnierdirektion Österreich













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