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Zuletzt aktualisiert: 04.09.2010 um 19:25 UhrKommentare

Hinein ins Tennisgestöber

Von Manhattan nach Queens, hinein in den Jahrmarkt, der das zweiwöchige Spiel mit dem Ball untermalt. Tennis in New York, das nennt man wohl ein echtes Erlebnis.

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Manhattan, 42. Straße. Unter dem Asphalt donnern Züge, U-Bahnen Richtung Central Station. Obenauf Lärm, dicke Luft plus Reizüberflutung - so viele gelbe Taxis. Warten vor dem Hotel, hinein in den Bus -Endstation: Flushing Meadows. Zuerst Stau, dann vorbei an Wolken kratzenden Häuserriesen (Chrysler- und Empire State Building inklusive). Durch den Midtown-Tunnel wälzen - am anderen Ende: Queens. Viel Beton, dann allmählich Grün, Blick auf die Weltausstellung (1939) - Willkommen bei den US Open.

Taschenkontrolle bei den Eingängen, Sicherheit ist großgeschrieben, 9/11 noch nicht vergessen. Hinein ins Tennisgestöber. Oder doch mitten am Jahrmarkt? Für jeden Hunger etwas dabei: Burger-Buden, indische Köstlichkeiten, bunte Muffins. Oder doch lieber ein Souvenir? Kappen, Jacken, Pullover, Hosen, Shirts, Socken - alles "US Open". Untermalt wird das Kramen musikalisch: Direkt vor der riesigen Videowall - dort, wo der noch riesigere Brunnen sprudelt - stets ein Streicher-Quartett, sehr klassisch. 300 Meter weiter links rocken Combos in Anlehnung an "The Boss" (B. Springsteen).

Und über allem thronend - und Schatten werfend: Die beiden großen Stadien. Namensgeber: Arthur Ashe und Louis Armstrong. Tagsüber für jedermann, bei den traditionellen "Nightsessions" nur mit Extra-Ticket. Den zwei mächtigen Ovalen zu Füßen: Der Grandstand und die Nebenplätze. Alle praktisch nebeneinander aufgefädelt, dazwischen Durchgänge mit kleinen Tribünen. Vor allem in der ersten Turnierwoche extrem überbevölkert.

Auf den Courts: Die laufenden, schlagenden, rackernden, stöhnenden, beißenden, schwitzenden Akteure. Hautnah, wie sie kämpfen - um jeden Ball, um jeden Punkt. Unter tosendem Beifall und Gejohle der wettkampfbegeisterten "Amis". Sich stetig wiederholende, die Tennis-Protagonisten bestätigende "Yeahs" sowie die im Minutentakt über die Anlage krachenden Jets aus Richtung "La Guardia" startend inbegriffen.

Es dämmert, die Sonne macht mächtigen Flutlichtpfosten Platz. Hie und da wird noch auf einen Ball eingedroschen, ein impulsiver Tag neigt sich dem Ende. Wieder hinein in den Bus, zurück nach Manhattan. Tennis in New York - das nennt man dann wohl ein echtes Erlebnis.

ALEXANDER TAGGER

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