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Zuletzt aktualisiert: 09.10.2011 um 16:04 UhrKommentare

Vettel ist jüngster Formel-1-Doppel-Weltmeister

Sebastian Vettel hat sich mit 24 Jahren und 98 Tagen zum jüngsten Doppelweltmeister der F1 gekrönt. Der Red-Bull-Pilot wurde in Suzuka hinter Button im McLaren sowie Ferrari-Star Alonso Dritter und machte damit bereits im 15. von 19 Saisonrennen die erfolgreiche WM-Titelverteidigung perfekt.

Sebastian Vettel holt sich Titel Nummer zwei

Foto © APSebastian Vettel holt sich Titel Nummer zwei

Der heißersehnte Japan-Sieg ist Sebastian Vettel zwar nicht gelungen, dennoch steht der 24-jährige Deutsche seit Sonntag als jüngster Doppelweltmeister der Formel-1-Geschichte fest. Der Red-Bull-Pilot musste sich in Suzuka trotz Pole Position hinter Jenson Button (McLaren) und Fernando Alonso (Ferrari) mit Platz drei zufriedengeben, ist vier Rennen vor Schluss aber endgültig nicht mehr einzuholen. In Japan hätte ihm selbst bei einem Button-Sieg schon Platz zehn genügt.

Fotoserie: Jubel in Vettels Heimatstadt Heppenheim

"Ich danke jedem Einzelnen. Wir haben es wieder geschafft", funkte ein den Tränen naher Vettel noch aus dem Auto an seine Boxen-Crew. Nicht einmal ein Jahr nach dem Finalthriller in Abu Dhabi, als Vettel im letzten Rennen die Fahrer-WM erstmals an sich gerissen hatte, wäre er liebend gerne mit seinem zehnten Saisonsieg zum erneuten Titelgewinn gerast. So fuhr der WM-Führende im 15. Saisonrennen zumindest zum 14. Mal auf das Podest. Mit nun 324 Zählern und 114 Punkten Vorsprung auf Button steht Vettel damit als neuerlicher Weltmeister fest.

"Hier Weltmeister zu werden ist fantastisch"

Für den erhofften dritten Sieg auf seiner Lieblingsstrecke, wo er in den vergangenen zwei Jahren von der Pole aus gewonnen hatte, hätte der mit Reifenproblemen kämpfende alte und neue Champion aber an diesem Tag auf die Boxenstopps "verzichten" müssen. Denn beim zweiten fiel er hinter Button zurück, beim dritten wurde er auch noch von Alonso überholt. "Wir waren auf den weichen Reifen leider nicht so schnell wie erhofft", erklärte Vettel später.

Fotoserie: Der Dominator: Vettels Siege 2011

Platz drei unmittelbar vor seinem Teamkollegen Mark Webber war letztlich das Optimum. Damit wurde auch die Entscheidung in der Konstrukteurs-WM vertagt, auch wenn diese nun für Red Bull Racing in einer Woche in Südkorea wohl nur noch abzuholen ist. "Hier Weltmeister zu werden ist fantastisch. So viel will man in diesem Moment sagen. Aber ich bin in erster Linie nur unendlich dankbar. Das Team arbeitet so hart", sagte Vettel.

Fotoserie: Vettel nach Platz drei in Japan wieder Weltmeister

Der Champion tat alles, um seinen zweiten Titel mit Stil zu holen. Die am Samstag um neun Tausendstel erkämpfte Pole Position verteidigte er am Start bei 24 Grad Celsius und trockener Piste wie ein Löwe, zog allerdings so hart nach rechts, dass Button auf den künstlichen Rasen musste. Ein hartes, aber regelkonformes Manöver, für das es trotz der Button-Proteste auch keine Strafe gab.

Das Rennen war stets offen

Schon als DRS freigegeben wurde, war Vettel außer Flügel-Reichweite des auf Platz zwei vorgestoßenen Button-Teamkollegen Lewis Hamilton. Als Hamilton in der achten Runde als erster zum Reifenwechsel kam, lag Vettel aussichtsreich voran. Allerdings war das Rennen stets offen, die Top Sechs lagen praktisch immer innerhalb von zehn Sekunden. Beim zweiten Stopp wurde Vettel prompt von Button überholt. Der direkte Kampf der beiden "Titelrivalen" blieb aber aus, obwohl wegen einer vorangegangenen Kollision zwischen den beiden ewigen "Streithanseln" Felipe Massa (Ferrari) und Hamilton Auto-Teile auf der Strecke lagen und das Safety Car auf die Piste musste. Auch hier wurde aber keine Strafe ausgesprochen.

Vettel kam in der 33. Runde als erster Fahrer zum dritten Mal an die Box und fuhr mit den härteren Reifen bis zum Schluss durch. Alle Versuche, mit Alonso seinen unmittelbaren Vorgänger als bisher jüngster Doppelweltmeister zu überholen, schlugen allerdings fehl. Zwar lagen die ersten drei im Finish nur zwei Sekunden auseinander, an den den Platzierungen änderte sich aber nichts mehr. Button legte im Finish sogar noch die schnellste Runde hin.

Fotoserie: Doppel-Weltmeister Sebastian Vettel im Porträt

"Ich bin fast sprachlos. Dieses Jahr war bis jetzt wirklich unglaublich", gestand Vettel nach dem Rennen und erklärte das "Geheimnis". "Auch wenn wir wussten, wie man eine Meisterschaft gewinnt, haben wir uns nie darauf verlassen." Man habe den Titel zwar diesmal sogar vorzeitig gewonnen, "wir haben uns aber nie erlaubt, daran zu denken", sagte Vettel und schickte explizit auch Dank und Grüße an Österreich. "Ich hatte wirklich große Unterstützung durch die ganze Red-Bull-Familie."

Während der 42-jährige Michael Schumacher zwischendurch mit seinem Mercedes dank eines Boxenstopps weniger als ältester Fahrer der Geschichte das Feld kurzfristig sogar anführte und am Ende Sechster wurde, musste sich Lokalmatador Kamui Kobayashi mit Platz 13 zufriedengeben. Dabei war der japanische Sauber-Fahrer als Siebenter in der Startaufstellung so gut wie noch nie gewesen. Allerdings verpatzte Kobayashi den Start völlig.

Reaktionen zu Vettels zweitem WM-Titel

Niki Lauda (dreifacher Weltmeister): "Besser kann man es nicht machen. Wir sind noch lange nicht am Ende der Saison und Sebastian ist bereits Weltmeister. Zum Sieg heute hat es nicht gereicht, weil man die Boxenstopps leicht verhaut hat. Man kann Dietrich Mateschitz nur dazu gratulieren, dass er mit einer Getränkefirma im wahrsten Sinn des Wortes Größen wie Ferrari, Mercedes oder McLaren regelrecht davondüst. Red Bull hat wirklich Flügel. Der Rest ist harte Arbeit."

Christian Horner (Red-Bull-Teamchef): "Es ist zwar anders, aber gleich befriedigend. Was Sebastian heuer geleistet hat, ist phänomenal. Er ist nie mit sich zufrieden, das macht ihn zu einem so starken Fahrer. Der Gewinn dieser Weltmeisterschaft ist wirklich hochverdient. Heute feiern wir den Fahrertitel. Jener der Konstrukteure ist uns gleich wichtig, und da sind wir in einer wirklich guten Situation."

Adrian Newey (Technischer Direktor von Red Bull Racing): "Das ist wirklich sehr speziell, dabei war es im Vorjahr schon einzigartig. Das Ganze ist ein Teamerfolg von Fahrer, Team und Motorenhersteller. Mehr Risiko zu nehmen hätte sich heute nicht ausgezahlt. Jetzt werden wir über den Winter wieder hart arbeiten, um auch nächstes Jahr wieder das Beste rauszuholen."

Norbert Vettel (Vater): "Es war spannend bis zum Ende. Ein Punkt ist ein Punkt. Ich war das gesamte Rennen über nervös. Es ist extrem, so etwas mitzuerleben. Sebastian hat es das zweite Mal geschafft. Das ist gigantisch."

Helmut Marko (Red-Bull-Motorsportdirektor): "Dieser Titel ist wirklich eine Bestätigung. Die ersten Siege und der Titel wurden ja immer fast als Zufallstreffer hingestellt. Dass wir diesen zweiten WM-Titel auf eine so souveräne Art bestätigt haben zeigt, dass der Zugang von Red Bull ein sehr erfolgreicher ist und wir wirklich gut arbeiten. Dietrich Mateschitz war natürlich auch überwältigt. Er ist aber auf seiner Alm eingeschneit, und die Telefonverbindung war eine Katastrophe. Dass wir heute nicht gewonnen haben, lag an den Boxenstopps. Da waren alle miteinander nicht in unserer Normalform."

Michael Schumacher (Rekordweltmeister und Mercedes-Pilot): "Ich möchte Sebastian gratulieren - zu einer außergewöhnlichen Saison, die er in glanzvollem Stil zu Ende gebracht hat. Das ist eine herausragende Leistung. Definitiv macht mich das stolz. Wir sind ja Freunde."


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Kleine Zeitung Analyse von Formel 1-Experte Gerhard Hofstädter

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RED BULL RACING:

  • Hauptquartier: Milton Keynes/England
  • Chassis: RB7
  • Motor: Renault RS27-2011
  • Homepage: http://www.redbullracing.com
  • Fahrer: Sebastian Vettel (GER/24), Mark Webber (AUS/35)
  • Teambesitzer: Dietrich Mateschitz (AUT)
  • Motorsportchef: Helmut Marko (AUT)
  • Teamchef: Christian Horner (GBR)
  • Technischer Direktor: Adrian Newey (GBR)

Jüngste Doppel-Weltmeister der Geschichte

Sebastian Vettel hat seinen Rivalen Fernando Alonso am Sonntag in Suzuka endgültig als jüngsten Doppel-Weltmeister der Formel-1-Geschichte abgelöst. Der am 3. Juli 1987 geborene Deutsche war bei seinem zweiten Titelgewinn genau 24 Jahre und 98 Tage alt und damit nicht ganz ein Jahr jünger als Alonso bei seinem zweiten Titel 2006.

Die jüngsten Doppel-Weltmeister der Geschichte

  • 1. Sebastian Vettel (GER) 2010 und 2011 (24 Jahre, 98 Tage)
  • 2. Fernando Alonso (ESP) 2005 und 2006 (25 Jahre, 85 Tage)
  • 3. Michael Schumacher (GER) 1994 und 1995 (26 Jahre, 292 Tage)
  • 4. Emerson Fittipaldi (BRA) 1972 und 1974 (27 Jahre, 298 Tage)
  • 5. Niki Lauda (AUT) 1975 und 1977 (28 Jahre, 222 Tage)
  • 6. Jim Clark (GBR) 1963 und 1965 (29 Jahre, 150 Tage)
  • 7. Ayrton Senna (BRA) 1988 und 1990 (30 Jahre, 214 Tage)
  • 8. Mika Häkkinen (FIN) 1998 und 1999 (31 Jahre, 33 Tage)
  • 9. Nelson Piquet (BRA) 1981 und 1983 (31 Jahre, 59 Tage)
  • 10. Alain Prost (FRA) 1985 und 1986 (31 Jahre, 244 Tage)

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GEPA/Reuters/Fotolia

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Formel-1-Weltmeister seit 2005

2005: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2006: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2007: Kimi Räikkönen (FIN; Ferrari)
2008: Lewis Hamilton (GBR; McLaren)
2009: Jenson Button (GBR; Brawn)
2010: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2011: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)

 

Formel-1-Rekordweltmeister

Fahrer:

1. Michael Schumacher (GER)
7 WM-Titel (1994,95,2000,01,02,03,04)
2. Juan Manuel Fangio (ARG)
5 WM-Titel (1951,54,55,56,57)
3. Alain Prost (FRA)
4 WM-Titel(1985,86,89,93)

Konstrukteure

1. Ferrari
16 WM-Titel
2. Williams
9 WM-Titel
3. McLaren
8 WM-Titel

 

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Foto: KLZ DIGITAL/Scheriau

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