Lufthansa gab Startschuss für Milliarden-Sparprogramm
Die Lufthansa will dem Konkurrenzdruck mit Einsparungen trotzen. Um 1,5 Milliarden Euro soll das Ergebnis des Konzerns gesteigert werden. Betriebsräte des AUA-Boden- und Bordpersonals verlangen vom Aufsichtsrat nun klare Worte.

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Im harten Wettbewerb mit Billigfliegern und expansionshungrigen arabischen Airlines will der AUA-Mutterkonzern Lufthansa mit Einsparungen in Milliardenhöhe die Oberhand gewinnen. Das neue Programm "Score" umfasse alle Konzerngeschäftsfelder und Tochter-Fluggesellschaften wie Swiss oder Austrian Airlines, teilte die Lufthansa am Dienstag mit.
Der Konzern will sein Ergebnis damit wie bereits angekündigt bis 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Euro steigern. "Die deutlich höheren Ergebnisse benötigen wir, um anstehende Investitionen in Flotte, innovative Produkte für unsere Kunden und Perspektiven für unsere Mitarbeiter finanzieren zu können", sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz, der das Programm zuvor in Frankfurt bereits mehr als 1.000 Führungskräften vorgestellt hatte.
Lufthansa unabhängiger machen
Wie das Ergebnisplus erreicht werden soll, verriet Franz nicht. Gespart werden solle aber auch durch strukturelle Veränderungen. So könne etwa der Einkauf von Flugzeug-Ersatzteilen der Töchter gebündelt werden, sagte ein Konzern-Insider. Die Eigenständigkeit der Tochter-Airlines solle dabei aber nicht angetastet werden. Langfristig hat Franz das Ziel ausgeben, die operative Rendite der Lufthansa auf acht Prozent von derzeit zwei bis drei Prozent zu steigern.
Franz hatte die neuen Sparbemühungen bereits vor einigen Wochen angekündigt. Der Manager, der einst die Airline Swiss sanierte, will die Lufthansa damit unabhängiger von den Konjunkturschwankungen machen und für den Konkurrenzkampf mit Discount-Fliegern wie Ryanair und Golf-Airlines wie Emirates rüsten. Zudem müssen jede Menge neue Flugzeuge bezahlt werden. In den nächsten sieben Jahren erwartet der Konzern Flugzeugauslieferungen mit einem Listenpreis von 17 Milliarden Euro.
Die Mitarbeiter des deutschen Marktführers spüren den Druck bereits. So sollen auf Flügen nach Berlin ab Sommer Leiharbeiter als Stewards und Stewardessen eingesetzt werden - Gewerkschaften halten das für illegal. Der Lufthansa-Plan solle mit einer Klage, die bereits beim Arbeitsgericht Frankfurt eingereicht worden sei, verhindert werden, sagte ein Sprecher der Bordpersonal-Gewerkschaft Ufo. Die mündliche Verhandlung sei für den 15. Februar angesetzt. Die Lufthansa bleibt bei ihrer Position und hält den Einsatz von Leihkräften für rechtens.
Personal "ausleihen"
Mit dem vorherigen Sparprogramm "Climb", das Ende 2011 auslief, hatte Deutschlands größte Fluggesellschaft die Kosten insgesamt um eine Milliarde Euro gedrückt. Unter anderem strich die Lufthansa Stellen in der Verwaltung und nahm kleine und weniger rentable Maschinen aus der Flotte.
Gegen Pläne der Lufthansa, künftig die Kabinenmannschaften von anderen Firmen kostengünstiger auszuleihen und kein eigenes Personal mehr einzusetzen, wollen sich laut dpa die Gewerkschaften zur Wehr setzen. Für die AUA hatte Unternehmenssprecher Peter Thier am Dienstag im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radio Leihpersonal an Bord der Maschinen ausgeschlossen; das setze man lediglich im technischen Bereich ein, sagte er.
Die Betriebsräte des AUA-Boden- und Bordpersonals verlangen von der Konzernmutter nun klare Worte: Gemeinsam haben sie für Freitag eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung durchgesetzt, in der Lufthansa-Vorstand und AUA-Aufsichtsratspräsident Stefan Lauer erklären soll, wohin die Reise geht, so "Die Presse" in ihrer Mittwoch-Ausgabe.
















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