Stronach gibt die Macht bei Magna ab
Stronach zieht sich bei Magna zurück, über die Geschicke des Unternehmens entscheiden künftig andere. Die Ablöse seiner Stimmenmehrheit bringt ihm 850 Millionen Euro ein. Auswirkungen auf den Konzern sind unvermeidlich, aber noch nicht absehbar.

Foto © ReutersFrank Stronach
Ein Leitsatz durchzieht das Leben Frank Stronachs, es ist seine "Goldene Regel": Wer das Gold hat, macht die Regel. Stronach hat jetzt noch mehr Gold, sprich Geld, die Ablöse seiner Stimmenmehrheit bei Magna bringt ihm rund 850 Millionen Euro ein. Dafür entscheiden über die Geschicke von Magna künftig andere. Der Rückzug Stronachs bei Magna zeichnete sich seit Mai ab. Doch es benötigte drei Anläufe, bevor gestern 75,3 Prozent der Aktionäre in Toronto für Stronachs "Sweet Deal", seinen mit Millionen versüßten Abschied, stimmten. Vor allem Großaktionären wie den kanadischen Pensionsfonds war die Ablösesumme zu hoch. (Stronach erhält 300 Millionen Dollar in bar, plus 120 Millionen Beratungshonorar für die nächsten vier Jahre plus neun Millionen normale Aktien.) Sie erheben Einspruch beim Höchstgericht in Ontario, das Mitte August entscheiden wird.
Der gestrige Schritt hat unweigerlich Folgen für Magna, einen der weltgrößten Autozulieferer. Wer wird Stronachs Nachfolger, wird es Änderungen im Management geben? Auch in Österreich wird man die Entwicklung verfolgen - Magna hat hier 17 Standorte, beschäftigt 11.000 Mitarbeiter, 10.000 davon in der Steiermark.
Stronach, Werkzeugmacher aus Kleinsemmering bei Weiz, wanderte 1954 nach Kanada aus, baute ab 1957 in einer Garage in Toronto seinen Konzern auf. Heute umfasst Magna International 300 Standorte rund um den Globus, beschäftigt 75.000 Mitarbeiter.
Die Wirtschaftskrise hinterließ im Vorjahr ihre Spuren. Der Umsatz sank um fast ein Viertel auf 13 Milliarden Euro, der Verlust machte 365 Millionen aus. Das Horrorjahr für Magna war aber 1990. Damals stand der Konzern an der Kippe, einem Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar standen Schulden von einer Milliarde entgegen. Durch scharfe Eingriffe brachte Stronach das Unternehmen aber wieder auf Kurs.
Sein größter Coup
1998 landete Stronach seinen größten Coup: Er kaufte, gegen die scharfe Konkurrenz durch Hannes Androsch, den Steyr-Konzern mit der Fahrzeugtechnik in Graz. Magna machte einen Riesenschritt nach vorn, wurde vom Zulieferanten zum Fertiger kompletter Autos für andere Konzerne, und die Umsätze explodierten von 5 Milliarden 1998 auf 20 Milliarden Euro 2007.
Mit dem Bemühen, Opel zu kaufen, wollte sich Stronach einen Wunsch erfüllen, der sich in den letzten Jahren stärker ausprägte: nicht nur Autos profitabel für Kunden zu bauen, sondern auch eigene Modelle. Der Deal schlug bekanntlich fehl.
Nicht immer bewies Stronach ein goldenes Händchen. Das Projekt einer 150 Meter hohen Weltkugel in Ebreichsdorf kam nie ins Laufen. Seine Wettfirma Magna Entertainment stand stets unter heftiger Kritik der Aktionäre, musste Gläubigerschutz beantragen, der Rennbetrieb im Reitzentrum Magna Racino nahe Baden wurde eingestellt.
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Stronachs E-Zukunft
Frank Stronach bleibt Magna als größter Aktionär erhalten, darüber hinaus wird er bestimmender Aktionär seines neuen Steckenpferds, "Magna E-Car Systems". Diese neue Firma widmet sich, vor allem in Graz, der Elektromobilität. Magna bringt dabei 220 Millionen Dollar ein, Stronach selbst 80 Millionen.















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