Erstes TV-Interview mit "Merkozy" aufgezeichnet
Premiere für das Duo "Merkozy": Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy haben am Montag erstmals zwei Fernsehsendern ein gemeinsames Interview gegeben.

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Im Gespräch mit Journalisten von ZDF und France 2 erläuterten sie vor allem die Notwendigkeit einer weiteren Annäherung beiden Länder. Offen antworteten sie aber auch auf Fragen zu ihrer persönlichen Beziehung zueinander. Als Initiator des Interviews galt Sarkozy. Im vergangenen November hatte er bereits mit US-Präsident Barack Obama einen ähnlichen Auftritt absolviert.
"Es war uns nicht in die Wiege gelegt, dass wir uns gut verstehen, dass wir freundschaftlich zusammenarbeiten, dass wir uns aufeinander verlassen können", sagte die Kanzlerin. Man arbeite aus "persönlicher Zuneigung", aber vor allem aus "historischer Verantwortung" so gut zusammen. Uneingeschränktes Lob gab es von der anderen Seite. "Ich bewundere Frau Merkel dafür, wie sie in der Krise regiert", sagte Sarkozy. "Ich empfinde Freundschaft für sie."
Mit Blickrichtung auf die europäische Schuldenkrise betonten Merkel und Sarkozy die Bedeutung der französischen Kooperation. "Es gibt nur Gewinner, wenn wir zusammenarbeiten", sagte der französische Staatschef in dem Interview, das am Montagabend um 19.20 Uhr in einem "ZDF spezial" ausgestrahlt werden sollte. Merkel betonte: "Europa ist und war in der schwersten Krise. Deutschland und Frankreich haben es durch viele - manchmal auch kontroverse Diskussionen geschafft - zu den Wurzeln dieser Krise hervorzudringen." Diese habe man nicht nur analysiert, sondern auch Lösungen gefunden.
Gemeinsam in die Zukunft
"Frankreich alleine kann nicht erfolgreich sein, aber Deutschland alleine kann auch nicht erfolgreich sein", betonte Sarkozy. Es gehe nicht darum, den anderen zu imitieren, sondern darum, sich gegenseitig aneinander anzupassen. "Europa wird es nur gut gehen, wenn wir voneinander lernen", sagte Merkel. "Deutschland muss zum Beispiel bei der Familienpolitik noch mehr tun. Frankreich muss schauen, dass die Jugendarbeitslosigkeit weniger wird."
Merkel verteidigte zudem erneut ihre Bereitschaft zu Wahlkampfhilfe für Sarkozy. Der französische Präsident gehöre der gleichen Parteienfamilie an wie sie selbst, sagte die CDU-Vorsitzende. Ob sie noch vor den französischen Präsidentenwahlen in knapp drei Monaten den sozialistischen Kandidaten Francois Hollande empfangen werde, ließ sie offen. Sarkozy habe vor der zurückliegenden Bundestagswahl auch nicht SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier empfangen, sagte Merkel. "Ich glaube, wir haben heute wichtigere Probleme zu klären."













