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Zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 um 20:05 UhrKommentare

Außenseiter Santorum mischt US-Vorwahlen auf

Das Kandidatenrennen der US-Republikaner wird wieder spannend: Der religiöse Außenseiter Rick Santorum hat überraschend die Abstimmungen in Minnesota, Missouri und Colorado für sich entschieden. Für den bisherigen Favoriten Mitt Romney ist dies eine schwere Niederlage.

Foto © Reuters

WASHINGTON. Ausgerechnet Rick Santorum. Noch vor wenigen Monaten hätte keiner geglaubt, dass der ehemalige Senator von Pennsylvania im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bleiben werde. Nun hat er Mitt Romney besiegt, gleich in drei US-Bundesstaaten. Santorum hat es geschafft, die Sympathie vieler rechtspopulistischer Tea Partier auf sich zu vereinen, mehr aber noch die der religiösen Rechten. Dabei hat Romney das Vielfache an Wahlkampfgeldern zur Verfügung.

Santorum redet gerne von Freiheit, interpretiert das aber recht eigenwillig. So sagte er einmal, 1944 seien die GIs in der Normandie für das Recht der Amerikaner gefallen, sich ihre Krankenversicherung frei aussuchen zu dürfen, statt unter Obama-Care gezwungen zu werden. Und ganz und gar nicht ist der selbst erklärte Anti-Libertäre für die Freiheit in den Betten: Er ist gegen Abtreibung, Verhütung, Ehescheidung und vor- und außerehelichen Sex. Und er lässt Taten folgen: Als seine Frau eine Fehlgeburt erlitt, brachte er den Fötus nach Hause und veranlasste seine Kinder, den anzufassen. Vor allem aber kämpft er gegen die Schwulenehe, die er schon mal mit Sex zwischen Männern und Hunden verglich.

Natürlich findet Santorum auch, die Evolutionstheorie sei unbewiesen, Globale Erwärmung gebe es nicht, und Amerika solle nicht nur weiterhin den Irak und Afghanistan besetzt halten, sondern auch in den Krieg gegen den Iran ziehen, um Israel zu verteidigen. Seine Erfolge in den Vorwahlen erklärt er nicht nur mit seinem Image als Familiensaubermann (anders als der mehrfach geschiedene Newt Gingrich), sondern auch damit, dass er als Vertreter der kleinen Leute glaubwürdig sei. Tatsächlich sieht er mit seinem Westenpullover weit kleinbürgerlicher aus als Mitt Romney, der im Anzug geboren scheint.

Dass er die Nominierung am Ende bekommt, erscheint trotz seiner Erfolge unwahrscheinlich. Aber womöglich qualifiziert er sich als Vizepräsident. Denn Romney, ein Mormone, braucht einen überzeugenden Christen an seiner Seite.

EVA SCHWEITZER, NEW YORK

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