Blutige Meuterei auf den Malediven
Polizisten haben auf den Malediven einen Putschversuch unternommen und das Staatsfernsehen unter ihre Kontrolle gebracht. Präsident Nasheed ist inzwischen zurückgetreten – der Vizepräsident hat die Amtgeschäfte übernommen.

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MALE. Er brachte den Malediven Demokratie. Präsident Mohammed Nasheed war 2008 als Reformer und Hoffnungsträger an die Macht gelangt. Gegen die seit drei Wochen anhaltenden Proteste wusste aber auch der frühere Regimekritiker kein Mittel. In einer Rede an die Nation gab der erste demokratisch gewählte Präsident der Malediven im Staatsfernsehen bekannt, die "beste Option, die mir noch bleibt, ist der Rücktritt". Medien sprachen von einem Putsch. Aus dem Präsidentenbüro hieß es, der "Wille des Volkes" sei geschehen.
Der überstürzten Erklärung waren eine Verfassungskrise und Meuterei von revoltierenden Polizisten vorausgegangen, die sich Demonstranten angeschlossen und das Staatsfernsehen unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Über der Hauptstadt Male stiegen nach Straßenkämpfen zwischen Oppositionellen und Sicherheitskräften Rauchwolken auf. Male wirkte menschenleer. Ausländische Regierungen wiesen Touristen an, Menschenansammlungen zu meiden.
Nasheed galt als Vorkämpfer für Menschenrechte und reiste als Botschafter für das durch den Klimawandel bedrohte Taucherparadies um die Erde. 2009 streifte sich der Ministerrat Tauchanzüge über und hielt sieben Meter unter dem Meeresspiegel eine Kabinettssitzung ab. Der Gag war Ernst. Klimawandel und Erosion würden bereits Küstenstreifen wegraffen, so Nasheed.
Nach dem Rücktritt liebäugelt der 2008 abgewählte, von den Demonstranten unterstützte Langzeitautokrat Maumoon Abdul Gayoom wieder mit der Macht.
















