Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
24. Mai 2012 14:00 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren 332506 Mitglieder | 556 online
'Mutter aller Rockfestivals'  feiert Abschied Salonlöwen unter sich: Sido und Bushido gemeinsam im Studio Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Kopfhörer Nächster Artikel 'Mutter aller Rockfestivals'  feiert Abschied Salonlöwen unter sich: Sido und Bushido gemeinsam im Studio
Zuletzt aktualisiert: 24.02.2010 um 14:36 UhrKommentare

Großer Peter, großes Orchester

Querdenker, ewiger Entdecker, Pop-Superstar, Prog-Rock-Urgestein, gewitzter Charismatiker: Peter Gabriel hat viele Gesichter - überrascht hat er immer wieder, ein orchestriertes Cover-Album, das es nun gibt, macht da keine Ausnahme.

Kreativ, sogar im Nachsingen Lieder anderer...

Foto © ReutersKreativ, sogar im Nachsingen Lieder anderer...

Nein, ein "normales" Cover-Album mit Musik im üblichen Rock-Kostüm (also Gitarre und Schlagzeug), das wäre ihm natürlich zu banal, zu vorhersehbar gewesen. Peter Gabriel suchte eine bunte Mischung aus hochkarätigen Songs aus (einige davon legten ihm auch seine Töchter Anna und Melanie ans Herz) und ließ ein großes Orchester ankarren. Als Produzent vertraute er Bob Ezrin, der vor gut 30 Jahren bereits Pink Floyds "The Wall" veredelte. Mehr als Streicher, Klavier und seine Stimme gibt es auf "Scratch my Back" nicht zu hören. Kann das funktionieren, ist das Genre Cover-Version nicht längst eines, das bereits etwas riecht, gibt es dafür nicht schon einige Negativbeispiele zu viele?

Die Antworten: Ja und ja. Kein Mensch auf diesem verkrachten Planeten braucht noch ein Album mit Cover-Versionen, doch wenn dann so, ganz anders: Gabriel breitet die Songs genüsslich aus, nimmt ihnen alles, was man an ihnen bereits kennt, haucht ihnen neue Seele ein, dreht sie um, macht sie zu etwas eigenem. Dass das funktionieren kann, zeigt schon der Einstieg "Heroes" von David Bowie, der einen feinen Spannungsbogen aufbaut. Alle, die glaubten, dieser Song kann nur als Original funktionieren: Falsch! "Listening Wind" vom superben Talking-Heads-Album "Remain in Light" ist ebenso ein Gewinner wie "The Boy in the Bubble" von Paul Simon oder "Mirrorball" von den wunderbaren Elbow. Und selbst einem Griesgram wie Lou Reed könnte sein "Power of the Heart", das sich Gabriel ebenfalls zur Brust genommen hat, gefallen. Ja, hier funktioniert das Konzept.

Tiefpunkte sollten nicht verschwiegen werden: Wer Radiohead und einen Song wie "Street Spirit (Fade out)" covert, kann eigentlich nur verlieren. Das hätte auch ein Peter Gabriel wissen müssen, vielleicht wusste er es sogar, nicht umsonst lässt er seine Stimme in diesem Song ungeniert kippen. Auch das tranige "Philadelphia" will man, wenn schon, lieber im Original von Neil Young hören. Natürlich kann man eine Platte, die eher eine Messe ist als ein normales Pop-Album, nicht jeden Tag und nicht in jeder Stimmung hören. Doch Gabriel wäre nicht Gabriel, wenn er sich nicht dessen bewusst gewesen wäre: Die Orchester-Arrangements gelangen dem Neuseeländer John Metcalfe, der schon Blur mit Streichern aushalf, teilweise faszinierend abwechslungsreich und erstaunlich rhythmisch. Pomp muss ja nicht zwingend nach Christian Kolonovits klingen - oder wie Gabriel selbst meint: Nicht nur wie "süßlicher, dekorativer Hintergrund".

Eine Hand wäscht die andere, kratz' mich am Rücken, dann kratz' ich Deinen: Gabriel sollte diese Formel nicht unbedingt weiter ausreizen, doch für das eine Mal hat es größtenteils inspiriert und unpeinlich, teilweise sogar blendend funktioniert. Auf "Scratch my Back" soll jedenfalls ein weiteres Album mit Cover-Versionen folgen - und zwar von Gabriel-Songs, die die jetzt die von Gabriel Gecoverten (also z.B. auch Arcade Fire, Regina Spektor, Randy Newman, Magnetic Fields oder Bon Iver) vorlegen. Peter, mach' mal wieder ein Album mit eigenen Songs und hör' dann mit dem Kratzen auf.

6.5 bis 8.0 / 10

THOMAS GOLSER

Steckbrief

Der Sänger und Show-Mann war Anfang der 1970er-Jahre maßgeblich für die visuell aufwendigen Bühnenshows von Genesis verantwortlich. 1975 schied er aus der Band aus und widmete sich erfolgreichen Soloprojekten auf unter-schiedlichsten Ebenen, veröffentlichte acht Studio-Alben und etliche Soundtrack-Beiträge, schuf revolutionäre Musik-Videos und Multimedia-Konzepte.

Bestelltipps

Pop Klicks

AP

Die News aus den Welten des Pop und Rock und den Sphären dazwischen.

 

KLEINE.tv

Andreas Gabalier rockte Villach

Sonntagabend wurde die Villacher Stadthalle gerockt – niemand geringeres...Bewertet mit 3 Sternen

 

Zum Festival-Special

Alle Infos zu den sehenswerten Festivals in diesem Sommer


Events und Tickets

AP

Die besten Tickets für Rock, Pop und Blues - Konzerte in ganz Österreich.

Die beste Party

APA

Die besten Partys und DJ´s in Österreich auf einen Blick.

Blogs

Kultur

Ernst Naredi-Rainer rezensiert für Sie Neuerscheinungen aus dem Reich der Klassik.

Events

Nina Müller

Nina Müller und Gäste schlagen sich die Nächte um die Ohren.

 


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang