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Zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 um 19:55 UhrKommentare

"Illegale" Eisläufer narren Behörden

Leute, die unvorsichtig aufs Eis gehen, sich und andere gefährden und teure Rettungsaktionen auslösen, ärgern die Kärntner. Doch es gibt kaum eine Handhabe.

Faszinierender Wörthersee: Am Sonntag wagten sich viele weit vor - obwohl das Eis nahe Maria Loretto dünn ist

Foto © KLZ/PeutzFaszinierender Wörthersee: Am Sonntag wagten sich viele weit vor - obwohl das Eis nahe Maria Loretto dünn ist

Der Wirbel war der Pensionistin aus Klagenfurt gar nicht recht! Am Sonntag war sie beim Eislaufen auf einer Riesenscholle vom Maria Wörther Ufer abgetrieben worden. Mit dem Polizeihelikopter wurde sie in einer spektakulären Aktion gerettet.

Das Eisdrama erhitzte nicht zuletzt die Gemüter vieler Kleine Zeitung-Leser (siehe Leserbriefe S, 34/35). Kritisiert werden vor allem der Leichtsinn vieler Eisläufer und die Übernahme der Rettungskosten durch die öffentliche Hand, also die Steuerzahler.

Das Risiko beschäftigt auch Polizei und Gemeinden. In Maria Wörth etwa hat man schon "lange, bevor das Eis entstanden ist, in weiser Voraussicht Warnschilder aufgestellt", sagt Amtsleiter Josef Hafner. Die Schilder hat er zur Dokumentation fotografieren lassen, "damit es bei einem Unglück nicht heißt, es hätte keine Warnung gegeben".

Am gegenüberliegenden Ufer hat Pörtschach diese Sorgen nicht. "Wir stellen keine Tafeln auf, weil die rechtswidrig wären", sagt Bürgermeister Franz Arnold. "Wir können niemandem verbieten, auf das Eis zu gehen." Die entsprechende Verordnung aus dem Wasserrechtsgesetz ist im Jahr 2000 gekippt worden. Weil es jetzt keine Verordnung mehr gibt, wären Verbotsschilder "reine Willkür", so Arnold.

So ein Verbot dürften nur die Wasserrechtsabteilungen der Bezirksbehörden verhängen. Der Wörthersee liegt aber in zwei Bezirken, was die Umsetzung äußerst kompliziert machen würde.

So schwer sich die Gemeinden tun, das lebensgefährliche Treiben zu verhindern, so begrenzt sind die Mittel der Polizei, Unvorsichtige abzumahnen oder gar zu strafen. "Wir können nur Leute am Betreten des Eises hindern, wenn sie nicht in der Lage sind, das Risiko einzuschätzen", sagt Polizeisprecher Rainer Dionisio. So dürfe man Kinder etwa schützen, die von Aufsichtspersonen in Gefahr gebracht werden. "Wenn jedoch ein vernünftig wirkender Erwachsener behauptet, es bestehe keine Gefahr für ihn, können wir wenig machen. Wir können ihn warnen. Geht er trotzdem aufs Eis und es passiert etwas, muss man ihn retten."

Leichtsinnige über die Geldbörse zur Vernunft zu zwingen, funktioniert auch nicht richtig. "Wenn Leben oder körperliche Unversehrtheit in Gefahr sind, muss die Exekutive nach dem Sicherheitspolizeigesetz helfen", erklärt Flugeinsatzstellen-Leiter Werner Senn. Daher würden Polizeihubschrauber, deren Einsatz pro Stunde 2500 Euro kostet, praktisch nie verrechnet.

Anders die Beamten, für die Kosten von 30 Euro pro Stunde und Person verlangt werden können. Das tun auch Bergrettung und Rettungshelikopter; die Wasserrettung darf das nicht.

Die Situation ist so kompliziert, dass Amtsleiter Hafner von einer einfachen Lösung träumt: "Die sollte man alle einsperren!"

JOSEF PUSCHITZ, JOCHEN BENDELE, ELISABETH PEUTZ

Sichere Flächen

Eisflächen, die vom Eislaufverein Wörthersee freigegeben sind: Aichwaldsee in Ledenitzen, Hörzendorfersee, Zweiter Teich am Kreuzbergl, Längsee, Rauschelesee, Silbersee

Nicht freigegeben sind weiterhin der Wörthersee und der Vassachersee. Der Eislaufverein warnt hier vor dem Eislaufen.

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