5,3 Millionen für "Nachbar in Not"
Innerhalb von fünf Wochen haben die Österreicher 5,3 Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan gespendet.

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Die Spendenbereitschaft war vor dem Start der Aktion nur zögerlich angelaufen, nun wurden binnen kürzester Zeit wertvolle Spendengelder lukriert. "Die Situation ist aber nach wie vor dramatisch", sagte Christoph Petrik-Schweifer, Vorstandsvorsitzender von "Nachbar in Not" und Auslandshilfechef der Caritas Österreich.
"Pakistan ist ein schwieriges Land. Unsere Aufgabe ist es aber nicht, der Regierung zu helfen, sondern den Menschen, die unsere Hilfe brauchen", betonte Petrik-Schweifer. Dass es politische Institutionen gibt, die Katastrophen für ihre Zwecke ausnützen wollen, sei ein Phänomen, das in vielen Ländern beobachtbar sei. "Das ist für uns aber kein Grund, nicht zu helfen", sagte der Caritas-Auslandschef. "Lokale Behörden versuchen kooperativ zu sein." Die Regierung in Pakistan habe aber viel zu spät auf das Ausmaß der Katastrophe reagiert. Es sei noch immer nicht soweit, dass Hilfe bereits überall angekommen sei.
Land nach wie vor unter Wasser
Viele Teile im Süden des Landes stünden nach wie vor unter Wasser, was für die Versorgung der Menschen besonders prekär sei. "Der Süden ist die Kornkammer Pakistans", so Petrik-Schweifer. "Jetzt wäre die Aussaatzeit." Gelingt es nicht rechtzeitig, Saatgut auszubringen, "werden wir nächstes Jahr ein großes Hungerproblem in Pakistan haben", betonte er. Im Norden des Landes sei der nahende Winter die größte Herausforderung. Die Helfer arbeiten daran, die Infrastruktur in der Region wieder herzustellen, damit die Leute von den Bergen zurück in die Täler können.
Nach dem Erdbeben in Haiti wurde mit der Flut in Pakistan der zweite große Spendenaufruf im heurigen Jahr gestartet. Vom Hochwasser in Pakistan sind 20 Millionen Menschen betroffen. "Dahinter stehen 20 Millionen Einzelschicksale", sagte Michael Opriesnig, "Nachbar in Not"-Vorstand und Leiter Kommunikation und Marketing des Österreichischen Roten Kreuzes. Zwei Millionen Häuser wurden zerstört (in Österreich gibt es knapp genauso viele).
Die Zahl der Katastrophen habe in den vergangenen Jahren "sprunghaft zugenommen", sagte Opriesnig. Zwischen 2000 und 2009 seien 2,5 Milliarden Menschen weltweit von Katastrophen betroffen gewesen, Haiti und Pakistan im Jahr 2010 sind da nicht miteingerechnet.
Dagmar Lassmann, "Nachbar in Not"-Vorstand und Leiterin der Diakonie-Auslandshilfe gab einen kurzen Einblick in die Hilfsarbeit der verschiedenen Organisationen. So errichte CARE Österreich derzeit temporäre Unterkünfte für 2.000 pakistanische Familien. Das Hilfswerk unterstützt den Wiederaufbau in der Landwirtschaft, die Diakonie beginnt, Schulgebäude aufzubauen. "Die Liste der Hilfsaktivitäten ist lang, Hilfe wird über Jahre hinweg gebraucht werden", betonte Lassmann.








