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Zuletzt aktualisiert: 27.08.2010 um 14:58 UhrKommentare

"Ausländerhorden inakzeptabel"

Während Dammbrüche in Pakistan am Freitag erneut Hunderttausende in die Flucht getrieben haben, drohen nun auch noch Islamisten mit Gewalt. Grund dafür ist die "Invasion der Ausländer".

Foto © APA

Im Süden Pakistans haben die Wassermassen des Flusses Indus erneut Dämme bersten lassen. Hunderttausende Menschen waren am Freitag auf der Flucht vor den Fluten. Auch die Großstadt Thatta war betroffen. Zu der katastrophalen Lage in den Hochwassergebieten kommen nun auch noch Drohungen der Taliban gegen die internationalen Hilfsorganisationen.

Die "Horde von Ausländern" sei "in keiner Weise akzeptabel", sagte ein Sprecher der Islamisten. Den USA und anderen Staaten, die Hilfe zugesagt hätten, gehe es nicht wirklich um die Flutopfer, sagte Azam Tariq am Donnerstag per Satellitentelefon. Dabei deutete er unmissverständlich an, dass die Extremisten zur Gewalt greifen könnten. Die UNO will nun geeignete Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Trinkwasser dringend gebraucht

Nach Schätzungen von UNICEF müssen weitere drei Millionen Kinder dringend mit sauberem Trinkwasser, einfachen sanitären Einrichtungen und Hygienebedarf versorgt werden. Nur so lasse sich das Risiko tödlicher Krankheiten durch schmutziges Wasser eindämmen, so das Kinderhilfswerk der UNO. 800.000 Kleinkinder unter fünf Jahren und 1,2 Millionen schwangere Frauen und stillende Mütter müssen noch mit Zusatznahrung versorgt werden. 1,5 Millionen Kleinkinder brauchen Impfschutz gegen gefährliche Krankheiten wie Masern und Polio.

Dämme an zwei Stellen gebrochen

In der südpakistanischen Provinz Sindh verschärfte sich die Lage am Freitag nochmals. Am Fluss Indus brachen die Dämme an mindestens zwei Stellen. Betroffen war auch ein Deich, der die Stadt Thatta schützte. Allein dort flüchteten 175.000 Bewohner vor den Wassermassen. Seit Mittwoch seien in den Bezirken Thatta und Qambar-Shadadkot eine Million Menschen obdachlos geworden, sagte UN-Sprecher Maurizio Giuliano.

Unterdessen will Pakistan Ende November eine internationale Geberkonferenz in der Hauptstadt Islamabad ausrichten. Dies teilte die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva mit. Mitte Oktober solle auch in Brüssel, bei einem Treffen der "Freunde eines demokratischen Pakistan" über die Hochwasser-Hilfe gesprochen werden.


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