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Zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 um 22:42 UhrKommentare

Kein Ende der Eiszeit

In puncto Kälte ist in den nächsten Tagen Ausdauer gefragt - vor allem wenn man im Osten Österreichs wohnt. Meteorologen sagen für die nächsten 24 Stunden Neuschnee und Ostwind mit bis zu 70 Stundenkilometern voraus.

Ein bisschen geht noch - jetzt ist winterliche Ausdauer gefragt

Foto © APAEin bisschen geht noch - jetzt ist winterliche Ausdauer gefragt

Das sibirische Hochdruckgebiet, das derzeit für hartnäckigen Frost in ganz Europa sorgt, fordert immer mehr Todesopfer. Seit Beginn der Kältewelle vor elf Tagen sind - vor allem in Osteuropa - bereits mehr als 300 Menschen erfroren. In Österreich gab es am Montag keinen einzigen Ort, der nur annähernd den Gefrierpunkt erreichte. Am "wärmsten" war es in Frohnleiten (Steiermark) mit minus 8,9 Grad. Österreichs "Gefriertruhe" war am Montag Tannheim in Tirol mit minus 28,9 Grad. Frohnleiten nördlich von Graz war hingegen der "Hotspot" der Republik. Nirgends sonst im Land konnten die minus 8,9 Grad überboten werden. Laut ZAMG hatte es in den Nachtstunden an insgesamt 67 Orten minus 20 Grad und darunter. Auf Platz 100 der kältesten Orte lag Frankenmarkt in Oberösterreich - mit immer noch beeindruckenden minus 18,6 Grad.

Ostwind bringt Schneeverwehungen

Doch die Kälte lässt sich nicht so schnell abschütteln und wird in einigen Bundesländern, bedingt durch einen kräftigen Ostwind, noch stärker werden. Vor allem im Burgenland, Niederösterreich, Wien und der Steiermark ist von Montagabend bis Dienstagabend mit Neuschnee und kräftigem Ostwind zu rechnen. Die Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) erwartet in diesen Bundesländern Winspitzen mit bis zu 70 Stundenkilometern. Besondere Vorsicht ist - vor allem für Autofahrer - bei dieser Wetterkombination vor Schneeverwehungen geboten.

Zahl der Kältetoten steigt weiter

Trauriger Spitzenreiter bei den Kältetoten blieb weiterhin die Ukraine, wo offiziellen Angaben zufolge 135 Menschen erfroren sind. In Polen erfroren in den vergangenen 24 Stunden neun Menschen, zumeist betrunkene Obdachlose, die Gesamtopferzahl erhöhte sich damit auf 62. Wegen des unsachgemäßen Einsatzes von Öfen kam es vermehrt zu Bränden und Vergiftungen mit Kohlenmonoxid. Von Freitag bis Sonntag wurden landesweit 1.543 Brände gemeldet, die 15 Menschenleben forderten, meldete die AFP. 39 Kältetote in Rumänien, 23 in Litauen, 18 in Tschechien, 21 in Italien, zwölf in Ungarn allein am vergangenen Wochenende, 17 am Balkan, 64 in Russland. Und mit einer Entspannung der Situation ist Meteorologen zufolge nicht zu rechnen - die eisigen Temperaturen werden wohl noch einige Tage anhalten. Im tschechischen Kvilda im Böhmerwald, nahe der Grenze zu Bayern, wurden am Montag minus 39,4 Grad gemessen.

Selbst im Mittelmeerraum wurde ungewöhnliche Kälte registriert. Im Nordosten Tunesiens sank die Temperatur auf minus vier Grad, während mehrere Dörfer nach Schneefällen abgeschnitten waren. Auf der spanischen Urlauberinsel Mallorca waren bei minus 5,7 Grad die Badestrände von einer Schneeschicht bedeckt. Ungewöhnlich weiß präsentierten sich auch die Hügel rund um die sizilianische Metropole Palermo. In Italien und Frankreich stieg der Stromverbrauch in schwindelerregende Höhen. In Serbien und Kroatien waren 70.000 Menschen in ihren Dörfern von der Außenwelt abgeschnitten.

Kein Schiffsverkehr mehr auf der Donau

Unterdessen kam auf der Donau der Schiffsverkehr zum Erliegen. Zwar war der Flussabschnitt in Österreich erst an einzelnen Stellen wegen Eisbildung unpassierbar, doch sowohl in Bratislava als auch in Deutschland nahe der österreichischen Grenze ging nichts mehr. Auf heimischer Seite stoppte das Eis die Schiffe in Altenwörth, auch die Schleuse Aschach war gesperrt, sagte Reinhard Vorderwinkler von der obersten Schifffahrtsbehörde an Montag auf Anfrage der Austria Presse Agentur.

Wesentlich prekärer ist die Situation im Osten der Türkei. Dort müssen nach dem verheerenden Erdbeben im Oktober trotz Temperaturen bis zu minus 16 Grad rund 7.500 Menschen noch immer in Zelten ausharren. Der Gouverneur von Van, Münir Karaoglu, erklärte, bisher seien 28.500 Container aufgestellt worden. Bei dem schweren Erdbeben im Oktober waren in Van mehr als 600 Menschen ums Leben gekommen.


Die wärmsten Orte

AP

In der Steiermark sind auch heute die Temperaturen sommerlich. Die wärmsten Orte am Mittwoch , 2. Mai um 16 Uhr in der Steiermark:

  • Bad Gleichenberg: 29.2°
  • Hartberg: 29.1°
  • Bad Radkersburg: 28.9°
  • Fürstenfeld: 28.3°
  • Gleisdorf: 28.2°

Kälterekorde in Österreich





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