Prozess um private Rotlicht-Kontrollen vertagt
Der Prozess im Landesgericht Eisenstadt gegen einen Ermittler wegen Amtsmissbrauch und geschlechtlicher Nötigung bei Rotlicht-Kontrollen, die der Beamte allein und privat durchgeführt haben soll, ist am Dienstag zur Befragung weiterer Zeugen vertagt worden. Am zweiten Verhandlungstag wurden ein Vorgesetzter des Polizisten sowie zwei Nachtclub-Betreiber und eine ehemalige Prostituierte befragt.
Die Frau belastete den 49-jährigen Beschuldigten in ihrer auf Video aufgezeichneten Aussage: Der Beamte hätte sie einmal begrapscht. Der Beschuldigte habe "mit jeder einzelnen von uns dieses Spielchen gemacht - entweder zahlen wir die Strafe oder wir befriedigen ihn mit dem Mund oder sonst irgendwie."
Ein Vorgesetzter, der mit dem Ermittler mehrere Kontrollen gemeinsam durchgeführt hatte, beschrieb ihn als korrekten und gesetzestreuen Beamten, der im Dienst ein schroffes Verhalten an den Tag gelegt hätte: "Durch seine Art, wie er eingeschritten ist, war er sicher nicht beliebt."
Damit sei er besonders für einen Lokalbetreiber ein "rotes Tuch" gewesen. Der Polizist habe "immer Klartext gesprochen". Als Vorgesetzter sei es ihm recht gewesen, dass ein Beamter, der "relativ energisch" vorgehe, die Kontrollen durchführe. Dass der Beschuldigte auch privat und abseits der Öffnungszeiten die im Dienst überprüften Nachtclubs besucht habe, könne er sich nicht vorstellen, meinte der Polizeioffizier.
Im Burgenland würde von der Polizei im Rotlicht-Bereich viel öfter kontrolliert als in Wien, meinte der Betreiber eines Nachtclubs, der auch in der Bundeshauptstadt Lokale besitzt: "Ich habe mich gewundert über die massiven und aggressiven Kontrollen." Von dem Vorfall mit einer Prostituierten, die der Ermittler im Intimbereich betastet haben soll, habe er erst erfahren, als ihm das Mädchen eine SMS schickte: "Bitte schnell kommen, große Probleme mit Polizia."
Nach dem Vorfall habe es im Nachtclub Amtshandlungen mit acht oder zehn Beamten gegeben, die "das ganze Haus auf den Kopf gestellt" hätten. "Das war reine Willkür", klagte der Zeuge, der zu Protokoll gab, dass die Anzeige gegen den Beamten nicht von ihm gekommen sei.
Der Prozess wurde schließlich auf 20. Februar vertagt. Ein weiterer Lokalbetreiber, ein Kellner und möglicherweise auch noch eine Prostituierte sollen dann befragt werden.











