Kontrolle ist besser: Unterwegs mit dem Amtstierarzt
Diese Woche wurde bei einer Routinekontrolle ein schwerer Fall von Tierquälerei aufgedeckt. Wie oft wird eigentlich kontrolliert und wie läuft so eine Kontrolle ab? G7 war dabei.

Foto © Sabine HoffmannSchweinezüchter Raimung Tüchler und Amtstierarzt Herfried Forster
Sieben dramatisch abgemagerte und 35 verendete Schweine. "Und die Bilder in der Zeitung waren die jugendfreien", so Herfried Forster, Amtstierarzt der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung. Diese Woche wurde in Werndorf im Rahmen einer Stichprobenkontrolle ein besonders schockierender Fall von Tierquälerei aufgedeckt. Wie kann es so weit kommen? Peter Wagner, Landesveterinärdirektor: "Es ist ein Teufelskreis. Die Menschen sind überfordert, geben es aber nicht zu. Die einen vernachlässigen ihre Kinder, andere ihr Vieh."
Ausnahmefälle
Ob mehr Kontrollen die Lösung sind, bezweifelt er. "Krisen sind punktuell. Selbst, wenn man jeden Betrieb jährlich kontrolliert, lassen sich solche Fälle nicht vermeiden." Im Vorjahr wurden in Graz von 93 landwirtschaftlichen Betrieben bloß sechs auf Unregelmäßigkeiten überprüft. Peter Fürst vom Referat für Veterinärangelegenheiten relativiert: "Man muss zwei Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe stichprobenartig kontrollieren. Bei den restlichen Betrieben ist man ja trotzdem unterwegs zur Tierseuchenkontrolle und für andere Untersuchungen. Da macht man sich jedes Mal ein Bild." Nur die Routinekontrollen fallen noch ausführlicher aus. Elf Seiten lang ist die Liste der zu überprüfenden Punkte: allgemeine Haltungsvorschriften, Bodenbeschaffenheit, Bewegungsfreiheit, Stallklima, Licht, Lärm und Beschäftigungsmaterial. "So eine Kontrolle kann schon bis zu drei Stunden dauern, das hängt von der Größe des Betriebs ab," so Forster, umringt von Raimund Tüchlers Schweinen.
Der Fernitzer Landwirt hat seine Tiere an diesem Tag als "Versuchskaninchen" zur Verfügung gestellt. Aufgabenstellung: Wie läuft eine Tierschutzkontrolle ab? "Bei den Kontrollen geben wir dem Landwirt kurz vorher Bescheid. Natürlich ist die Bandbreite der Ausreden groß. Im Normalfall stehen wir aber beim zweiten Mal schon mit der Polizei vor der Tür," so der Amtstierarzt, der in solchen Situationen Fingerspitzengefühl beweisen muss. "Natürlich zählt der erste Eindruck. Wie sehen der Hof und die Tiere aus? Dann ackert man sich durch die Liste." Und das für jede einzelne Tiergröße. In Tüchlers Fall: Sauen, Eber, Ferkel, Jungsauen und Mast. Bei 450 Tieren kann das dauern.












