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Zuletzt aktualisiert: 26.01.2012 um 20:15 UhrKommentare

Erfinder mit Biss und Blick

Horst Koinig (59) bekam für den von ihm entwickelten 3D-Gebiss-Scanner den Preis für das Patent des Jahres.

Kaum größer als ein Kugelschreiber ist der Oral-Scanner, den Horst Koinig entwickelte

Foto © WeichselbraunKaum größer als ein Kugelschreiber ist der Oral-Scanner, den Horst Koinig entwickelte

Nach 40 Jahren im Job weiß Zahntechniker Horst Koinig, wo seinen Kunden der Zahn drückt: "Keiner will diese bittere Paste auf sein Gebiss gedrückt bekommen." Eben dieser bitteren Paste, ohne die man weder Zahnmodelle noch Implantate machen kann, will Horst Koinig nun ein Ende bereiten - mit einem "oralen 3D-Scanner".

Kaum größer als ein Kugelschreiber ist der Scanner, der die Daten aus der Mundhöhle in Echtzeit an einen Computer liefert. Eine wahre Innovation - weshalb das Patentamt und das Technologie-Ministerium Koinig gestern mit dem bronzenen Inventum, dem Preis für das Patent des Jahres, auszeichneten. "Eine Team-Leistung", gibt sich Koinig bescheiden und verweist auf seine Partner Christoph Nowak und das Austrian Institute of Technology.

Übrigens: Der Inventum ist nicht der erste Preis, den der 3D-Scanner einheimst, und das, obwohl er erst im April auf den Markt kommt. "Wir haben aber schon weiterführende Ideen, Scanner kann man schließlich auch in der Mechatronik und anderen Medizinbereichen brauchen."

Die Medizin war ursprünglich auch Koinigs Berufsziel als Jugendlicher. Dass er stattdessen Zahntechniker wurde, bereut er heute längst nicht mehr - nicht nur wegen des eigenen Elektroboots, das in Krumpendorf vertaut liegt. Koinig wurde 2004 als Erster seiner Zunft mit dem Berufstitel Professor ausgezeichnet. Eine Ehre, der hunderte Vorträge an Universitäten und das erste Fachbuch über Zahntechnik (Auflage: 21.000 Stück, übersetzt in sieben Sprachen) vorangingen.

Wie er seine Tage und die beiden Firmen mit 19 Mitarbeitern managt? Koinig lacht in Richtung Ehefrau Lucia, mit der er die Töchter Tamara und Kathrin hat: "Für mich war es viel leichter, die richtige Frau zu finden, als das passende Zahnimplantat für mich selbst."

THOMAS CIK

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