Die vierte Generation an der Grazer Meduni
Ein Viertel der Professoren am Grazer Uniklinikum geht in Pension. Es ist das größte Chefsesselrücken seit dem Zweiten Weltkrieg.

Foto © Jürgen FuchsJosef Smolle, Rektor der Medizinischen Universität, setzt große Hoffnungen in die vierte Generation
Es sind große Namen, die das LKH-Uniklinikum seit Jahren geprägt haben. Kinderchirurg Michael Höllwarth, Radiologe Richard Fotter und ab Oktober 2012 auch Chirurgie-Vorstand Karlheinz Tscheliessnigg, um nur einige zu nennen. Sie haben den Wechsel in den Ruhestand hinter sich bzw. unmittelbar vor sich. Für Josef Smolle, Rektor der Medizinischen Universität Graz, ist das Sesselrücken in den Chefetagen zwar ein "ganz natürlicher Vorgang", eine derartige Rochade hat es in dieser Größenordnung aber seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben.
Smolle erklärt es so: "Die erste Nachkriegsgeneration baute den Klinik-Apparat wieder auf, die zweite sorgte für eine hochkarätige Krankenversorgung, die dritte für die internationale wissenschaftliche Öffnung des Hauses und jetzt tritt die vierte Generation in ihre Fußstapfen. Es ist die größte Gruppe, weil in den letzten Jahren viele neue Abteilungen geschaffen wurden, viel Knowhow nach Graz transferiert wurde."
Wissenstransfer
Dass mit den "Alten" auch Wissen verloren geht, befürchtet der Rektor jedoch nicht: "Gute Lehrer haben ihre Kenntnisse ja längst weitergegeben. Im Übrigen ist es so, dass manche auch weiterhin zur Verfügung stehen: Als wissenschaftliche Berater oder bei Lehrveranstaltungen an der MedUni." Schwierig werde es lediglich bei Personen wie dem angesprochenen Chirurgen Tscheliessnigg, "denn Professoren wie er haben viele Funktionen im Haus".
Frauenquote
Der Umstand, dass mit der Radiologin Reingard Aigner bei der Rochade nur eine einzige Frau in eine Führungsposition rutschte, sei allerdings etwas, "dass man nicht dem Unternehmen ankreiden kann. Wir sind sehr bemüht, bieten etwa Kinderbetreuungen und dergleichen an." Aber es sei ein gesellschaftliches Umdenken erforderlich, um die Frauenquote auch in Chefetagen zu erhöhen.
Allein, Smolle ist guter Dinge: "Ich denke die nächste, die fünfte Generation, wird hier deutliche Veränderungen bringen."











