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Zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 um 12:53 UhrKommentare

Schulbuffets sollen gesünder werden

Radikale Umstellung und Verbote hält Gesundheitsminister Stöger für wenig sinnvoll, wenn es um gesündere Schuljausen geht. Schritt für Schritt und mit lässigen Slogans sollen Schulkinder an gesündere Ernährung herangeführt werden.

Gesündere Jause für Schulkinder

Foto © Silencefoto / FotoliaGesündere Jause für Schulkinder

Zwang, Verbote und eine radikale Umstellung sind für Gesundheitsminister Alois Stöger (S) nicht der Weg zu einer besseren Verpflegung am Schulbuffet: Ohne erhobenen Zeigefinger und in enger Zusammenarbeit mit Kindern und Anbietern wird nun versucht, Schüler für gesündere und ausgewogenere Pausensnacks zu begeistern. Es sei schon ein Erfolg, wenn von fünf auf zwei Wurstsemmeln pro Woche reduziert wird, erläuterte die Leiterin des Projekts "G'scheit g'sund" des Gesundheitsministeriums, Walpurga Weiß, am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien.

"Oft reichen schon kleine Veränderungen im Angebot und bei der Präsentation, um große gesundheitliche Wirkungen zu erzielen", erklärte die Expertin. Wie konkret das im jeweiligen Einzelfall aussehen kann, möchte die nun begonnene Initiative "Unser Schulbuffet" bis Ende 2013 mittels mobilem Beratungsteam an Ort und Stelle sowie weiteren Informationsmaßnahmen vermitteln. Die Schüler sollen den "Weg der Veränderung" mitgehen. Slogans wie "Voll Korn das Brot", "Voll Saft der Apfel" versuchen, die Kinder und Jugendlichen auf Augenhöhe anzusprechen und eine graduelle Umstellung zu ermöglichen. Gelegentliches "Sündigen" soll dabei durchaus nicht verboten werden.

"Von fünf auf zwei Wurstsemmeln pro Woche schon Erfolg"

Zahlen der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zufolge verfügen rund 84 Prozent der Schulen über einen Pausenverkauf. Spitzenreiter sind AHS mit 95 Prozent, gefolgt von BHS mit 90 Prozent und Hauptschulen mit 73 Prozent. Somit werden auf diesem Weg rund 456.000 Kinder erreicht. Die Palette der Anbieter variiert stark und reicht vom großem Caterer bis zum Familienbetrieb und dem fliegenden Händler.

Der Wiener Schulbuffet-Betreiber Etem Parlatan zeigt auf, wie es funktionieren kann: Er setzt unter anderem auf zuckerreduzierte Limonaden, eine Erhöhung des Anteils an dunklem Gebäck und bei den warmen Speisen auf ein Verhältnis von 50 zu 50 zwischen vegetarischen Speisen und jenen mit Fleisch. Der Firmenleitsatz seines Familienbetriebs lautet "Cool is(s)t gesund". Parlatan ist überzeugt, dass die Leitlinien umsetzbar sind. "Es ist mittlerweile schon cool, sich gesund zu ernähren." Er bietet aktuell unter anderem heiße Ofenkartoffeln als Pausensnacks an. Dazu kommen Aktionen, bei denen beispielsweise Obst gratis zu einem bestimmten Weckerl dazugegeben wird. Für seine Initiative im Rahmen der Aktion "Unser Schulbuffet" erhielt der Unternehmer bei der Pressekonferenz für seine Vorreiterrolle eine Urkunde vom Minister.

Aufgrund des drastischen Anstiegs des Anteils übergewichtiger Kinder bestehe dringender Handlungsbedarf, mahnte Stöger. Laut aktuellsten Zahlen aus dem Ernährungsbericht 2008 sind elf Prozent der Sechs- bis 15-Jährigen übergewichtig und weitere acht Prozent adipös, was im Vergleich zu den Zahlen von 2003 einen Anstieg um rund 80 Prozent bei den Zehn- bis 15-Jährigen und um etwa 50 Prozent bei den Sechs- bis Neunjährigen bedeutet. Er verwies bezüglich der Umsetzung des Programms zur Optimierung der Schulverpflegung auf die Notwendigkeit einer "aktiven Mitarbeit" der Länder. "Ändern kann sich nur etwas, wenn alle mitmachen", so der Minister.


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