Magna: Wo heute die Macht wohnt
Mit Horst Prelog ging im Top-Management von Magna der letzte Steirer von Bord. Österreich und Europa verlieren an Gewicht.

Foto © REUTERSAlleiniger Kapitän auf der Magna-Kommandobrücke: Don Walker
Auch wenn Magna seit Jahrzehnten ein globales Unternehmen ist und in Kanada firmiert: An vorderster Front beim Zuliefer-Riesen standen stets gebürtige Steirer. Hatte der aus Weiz stammende Gründer Frank Stronach im Konzern nahezu 40 Jahre lang das uneingeschränkte Sagen, beeinflussten über weite Strecken Landsleute wie Fred Gingl, Siegfried Wolf oder Horst Prelog an vorderster Front die Geschicke von Magna.
Heute sind alle weg. Fred Gingl, einst Präsident und engster Weggefährte von Stronach, macht längst eigene Geschäfte. Frank Stronach selbst zog sich Mitte 2010 als Chairman zurück. Siegfried Wolf, bis Ende 2010 Vorstandschef, folgte dem Ruf des Russen Oleg Deripaska. Und dieser Tage nahm mit Horst Prelog (52) das letzte Urgestein von Magna den Hut: Der Grazer, der bei Puch Werkzeugmacher lernte, leitete über viele Jahre als Präsident von Cosma die ertragreichste Sparte des Weltkonzerns.
Nach dem Abgang der Steirer führt bei Magna der Kanadier Don Walker, der Ex-Schwiegersohn des Gründers, allein die Zügel. War über viele Jahre die Europa-Zentrale in Oberwaltersdorf ein Machtzentrum, spielt jetzt die Musik ausschließlich am Stammsitz im kanadischen Aurora. Im zehnköpfigen Vorstand finden sich mit Magna-Steyr und Europa-Chef Günther Apfalter sowie Herbert Demel jedenfalls nur noch zwei Österreicher. Der ehemalige Audi- und Fiat-Chef hat übrigens seit Kurzem einen neuen Job: War der Wiener zuletzt für das Asien-Geschäft von Magna verantwortlich, wurde Demel nunmehr mit strategischen Aufgaben betraut.
Auch im obersten Gremium, dem Board of Directors, in das Stronach einst Franz Vranitzky oder Gerhard Randa hievte, hat Rot-Weiß-Rot kein Gewicht mehr. Bloß Frank Stronach sitzt noch mit am Tisch - als Ehren-vorsitzender.
Die zentralistische Führung von Walker und seinem engsten Vertrauten, dem Finanzchef Vincent Galifi, sehen viele im Konzern als Ende der Magna-Kultur. Das Duo hat den Fokus auf USA und Asien - in Westeuropa soll nicht mehr investiert werden. Aber noch sorgt Europa für ein Drittel des Umsatzes - und Magna-Steyr ist dabei, aufzublühen.
















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