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Zuletzt aktualisiert: 30.01.2012 um 13:01 UhrKommentare

Wirbel um Taxi-Apps fürs Handy

Mit dem Handy das Taxi verfolgen, wie es sich nähert und im Vorhinein den Preis sehen: Funkzentralen bekommen Konkurrenz von Taxi-Apps und schlagen in Wien und Deutschland Alarm. In Graz löst man das Problem hingegen von innen.

Horst Knauss (889), Eduard Ruschka (2801) und Sylvia Loibner (878) von den Funkgruppen

Foto © Kanizaj MariaHorst Knauss (889), Eduard Ruschka (2801) und Sylvia Loibner (878) von den Funkgruppen

Selbst ist der Fahrgast. Taxi App nennt sich die neue Art, Taxis zu ordern, die nun bei Wiener Funkzentralen für gehörig Wirbel im Fuhrpark sorgt. Besitzer von Smartphones öffnen die App, suchen das nächstgelegene Taxi, können Sonderwünsche eingeben und buchen. Ratzfatz. Kurz: Die Funkzentralen haben das Nachsehen. Im Februar kommt nun das deutsche "myTaxi" in Österreich auf den Markt, das vor allem Wiener Funkzentralen alarmiert. Taxifahrer, die für die App unterwegs sind, wären angeblich von den Funkgruppen unter Druck gesetzt worden. Die Firma "myTaxi" hat deshalb schon die Wettbewerbsbehörde eingeschaltet.

Auch in Deutschland sind die Taxler alles andere als erfreut, kann der Fahrgast doch den genauen Fahrweg überprüfen. Heißt: Nix mehr mit kostspieligen Umwegen. Und in Graz? Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes friedlicher verfahren. In der Murmetropole heißt es, mit den digitalen Möglichkeiten auf die Überholspur wechseln.

Willkommene Ergänzung

Peter Lackner, Chef der Fachgruppe Verkehr: "Mit diesen Dienstleistungen muss man offen umgehen, sie sind gute Ergänzungen für die jüngere Klientel. Das beste System wird sich schließlich durchsetzen."

Eduard Ruschka, Obmann der Funkgruppe 2801, dessen Taxis über die Anwendung "Taxi Maps" vermittelt werden: "Sicher war der Vorbehalt vonseiten der Fahrer und Kunden groß, aber das ist bei jeder Veränderung so. Trotzdem darf man sich solchen Neuerungen nicht verwehren." Ruschka ortet auch einen Vorteil: "Funklose werden dieses System sehr stark nutzen, deswegen wird wieder mehr Platz an gut frequentierten Stellplätzen in der Innenstadt sein. Ein Vorteil für die Funkgruppen."

Eigene Anwendungen

Auch 878 und 889 naschen vom app-etitlichen Kuchen. Bei beiden Funkgruppen tüftelt man bereits an eigenen Anwendungen. Bis spätestens Juni soll es endgültig so weit sein. Anbieter ist die Firma Austrosoft, die die Taxizentralen mit Software ausrüstet. Bis dahin werden beide Funkgruppen über die Anwendung "taxi.eu" oder "Taxi 31300" vermittelt. 889-Chef Horst Knauss: "Für Gäste ist es immer noch besser, Apps zu benutzen, hinter denen Funkgruppen stehen. Da hat man einen Ansprechpartner bei Beschwerden, oder wenn etwas in einem Taxi vergessen wurde." Und die ältere Klientel werde sicher nicht so schnell auf die App-Lösung umsteigen.

Sylvia Loibner, Geschäftsführerin von 878 schätzt, dass derzeit rund eine Fahrt am Tag über Apps vermittelt wird. "Das wird aber sicher nach und nach zunehmen." Auch sie sieht Pluspunkte in der neuen Art, ein Taxi zu ordern: "Zu Stoßzeiten kommt man mit der App direkt auf den Rechner, während Anrufer in der Warteschleife hängen." Vorbei die Zeiten von kummt net . . . - vorausgesetzt, der Akku ist voll.

CARMEN OSTER

TAXI.EU (878/889)

Das größte Taxinetzwerk Europas ist in 60 europäischen Städten vertreten. Die App kalkuliert Fahrtpreise und geht auf individuelle Wünsche wie Kredikartennutzung, Kindersitze, Großraumtaxi oder englischsprachige Fahrer ein.

TAXI MAPS (2801)

Die beiden Innsbrucker Patrick Bock und Martin Klaunzer bieten die App in ganz Österreich an. 700 Unternehmen und 130 Taxizentralen machen österreichweit mit. Erhältlich im App Store und Android Market.

TAXI 31300 (878/889)

Die App ist ebenfalls im App Store und Android Market erhältlich. Europaweite Partnerzentralen. Auch hier kann man das Taxi beobachten, während es sich nähert. Man bekommt eine Nachricht, wenn das Taxi angekommen ist.

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