Jedes Auto-Gramm kostet
Autofahrerklubs beklagen das teuerste Tank-Jahr aller Zeiten. Von Kfz-Anmeldung bis Scheibenfrostschutz wurde 2011 so ziemlich alles teurer. 2012 wird's kaum günstiger.

Foto © APAE10 Einführung ist bis Oktober 2012 vom Tisch
Der bange Blick auf die Preisanzeige der Zapfsäule trügt nicht. Für die Autofahrerklubs ÖAMTC und ARBÖ ist es gewissermaßen amtlich: 2011 war das teuerste Tank-Jahr aller Zeiten. Nicht nur das. "Auch die gesamten Autokosten sind so hoch wie die letzten zehn Jahre nicht", so ARBÖ-Generalsekretärin Lydia Ninz. Gegenüber 2010 wurde ein Plus von fast sechs Prozent registriert, die Verteuerungen reichen von Kraft- und Schmierstoffen (plus 18,2 Prozent) über Führerscheingebühr (plus 8,6 Prozent), Scheibenfrostschutz und Ölservice (plus 7,7 Prozent), Sommerreifen (plus 6,6 Prozent), das Anmelden eines Pkw (plus 5,4 Prozent) bis hin zu Winterreifen (plus 5,3 Prozent). Fazit in Hinblick auf 2012: "Neuerliche Belastungen sind höchst entbehrlich und nicht vertretbar", so Ninz.
Fakten
360 Euro musste eine Familie laut ARBÖ heuer im Schnitt mehr für Sprit ausgeben als 2010. Ein Liter Diesel war im Durchschnitt um 20 Cent teurer als 2010. Bei Superbenzin lag die Verteuerung bei 15 Cent je Liter.
Doch was kommt im neuen Jahr auf die Autofahrer zu?
Spritpreise. Hinter der Spritpreisentwicklung steht ein großes Fragezeichen. Das liegt am unsicheren konjunkturellen und geopolitischen Ausblick. Die Preisprognosen sind gespalten wie selten zuvor. Allein bei der Ölsorte Brent reichen sie von 90 bis 120 Dollar je Barrel (159 Liter). Zuletzt haben der wieder etwas positivere Wirtschaftsausblick sowie die Sorge um das Ölproduktionsland Iran wieder für höhere Ölpreisprognosen gesorgt. Laut Ölbroker Johannes Benigni (JBC Energy) ist nicht mit einem Ausweiten der Ölfördermenge zu rechnen, weil die arabischen Länder "die Einnahmen für Sozialprogramme gegen die Unruhen brauchen". Somit ist zu erwarten, dass die Spritpreise auf hohem Niveau bleiben.
Jahresvignette. Die Preise für die Autobahnvignette steigen 2012 (jene von 2011 ist bis 31. Jänner gültig) um 1,7 Prozent. Die Pkw-Jahresvignette kostet 77,80 Euro, die Zwei-Monats-Vignette 23,40 Euro, die Zehn-Tages-Vignette 8 Euro.
E10. Die geplante Einführung der in Deutschland umstrittenen Kraftstoffsorte E10 (Benzin mit zehn Prozent Bio-Ethanol-Anteil) ist in Österreich laut ARBÖ "bis Oktober 2012 vom Tisch". Steuerpläne. Auch die Regierung könnte mit ihrem Sparpaket noch für die eine oder andere Zusatzbelastung sorgen. Die Pläne werden Ende Februar vorgestellt. Im Raum stehen, wie immer, eine Erhöhung der Mineralölsteuer sowie der Wegfall der Agrardiesel-Vergütung für Landwirte.
Features
Fakten
5,9 Prozent höhere Kosten im Vergleich zu 2010 fielen 2011 rund ums Auto an. Die Teuerung war hier fast doppelt so hoch wie die allgemeine Inflationsrate. 2010 stiegen die Preise rund ums Auto um 4,0 Prozent.
















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